22.01.2018 / Wocheninterview / /

«Jede Ausschreitung gefährdet den Bau eines neuen Fussballstadions»

CVP-Stadtratskandidat Markus Hungerbühler über Trump am WEF, Lehrpläne an der Urne und das neue Fussballstadion in Zürich.

Markus Hungerbühler, US-Präsident Donald Trump wird am WEF in Davos die Abschlussrede halten. Ist das der richtige Kandidat, gibt es bessere?

Darüber lässt sich trefflich streiten … Ich nehme ihn nicht als Sympathieträger wahr – im Gegenteil. Doch er wurde demokratisch gewählt. Das ist zu akzeptieren, auch wenn es zuweilen schwerfällt. 

Der Bundesrat will 13,5 Milliarden Franken in die Erweiterung des Strassennetzes investieren. Ist das klug?

Die Staus nehmen zu in der Schweiz. Staustunden sind für das Gewerbe und die Wirtschaft schädlich. Deshalb ist es nur richtig, dass man mit der Erweiterung des Nationalstrassennetzes die Staustunden reduzieren will. Aus dem prall gefüllten NAF-Topf werden auch viele Infrastrukturprojekte des öffentlichen Verkehrs finanziert wie beispielsweise die Limmattalbahn. 

Sind höhere Studiengebühren an der ETH gerechtfertigt?

Gegen eine moderate Erhöhung von Studiengebühren ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Allerdings ist die geplante Erhöhung in zwei Schritten um 500 Franken auf neu 1660 Franken meines Erachtens zu hoch. Ein solcher Sprung nach oben ist nicht vermittelbar.

Ist es sinnvoll, Lehrpläne vors Volk zu bringen?

Nein. Der Bildungsrat, gewählt vom Kantonsrat, ist für den Lehrplan zuständig. Er ist ein breit zusammengesetztes Expertengremium. Es macht wenig Sinn, den Lehrplan neu vom Kantonsrat genehmigen zu lassen und dem fakultativen Referendum zu unterstellen. So würde der Lehrplan unnötigerweise zum Spielball politischer Interessen und Mehrheiten. Daher ist die Volksinitiative, über welche am 04. März 2018 zu befinden ist, abzulehnen. 

Was ist der Grund, weshalb Zürcherinnen und Zürcher vom Bau eines neuen Fussballstadions nicht begeistert sind?

Die Ausschreitungen von sogenannten Fussballfans und Hooligans am Rande von Fussballspielen! Sie tragen wenig zur Fussballbegeisterung bei – und man kann es den Stadtzürcherinnen und Stadtzürchern nicht verdenken. Die Clubs müssen aus meiner Sicht noch mehr tun, um solche Krawalle zu verhindern; und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten.

Interview: Anton Ladner | Redaktionsleiter «Doppelpunkt»