04.09.2017 / Medien / /

Flug nach Sitten – Kritik an Stadtrats-Kandidat

Der Zürcher CVP-Stadtratskandidat Markus Hungerbühler geht gern mit dem Flugzeug auf Reisen. Dass er sogar nach Genf oder Sitten fliegt, ärgert die Grünen.Ein Städtekurz-Trip nach Tallinn, zwei Tage Helsinki oder Porto: CVP-Gemeinderat und Stadtratskandidat Markus Hungerbühler geht gern mit dem Flugzeug auf Reisen, wie auf seinem Facebook-Profil zu sehen ist. Auch von seinen Inlandflügen berichtet er dort. So flog er kürzlich für einen Tagesausflug nach Sitten oder für ein CVP-Treffen nach Genf.

Unter den geposteten Bildern blieben die kritischen Kommentare nicht aus. So schrieb etwa der Grüne Stadtzürcher Gemeinderat Marcel Bührig zum Inlandflug nach Sitten, dass Hungerbühler ein paar Fotos von den Gletschern im Wallis machen soll: «Denn mit einem solch vorbildlich ökologischen Verhalten brauchen wir bald alle Fotos, damit wir uns dran erinnern können.»

«Verhalten passt nicht zu den Umweltzielen der Stadt»

Inlandflüge sind unnötig, findet auch die Stadtratskandidatin Karin Rykart (Grüne): «Selbst wenn man Herrn Hungerbühler als Privatperson keine Vorschriften machen darf, könnte er für diese kurze Strecke problemlos den Zug nehmen.» Sein Verhalten widerspreche den Umweltzielen der Stadt und der 2000-Watt-Gesellschaft, für die sich auch die CVP eingesetzt habe.

Anderer Ansicht ist man bei Hungerbühlers bürgerlicher Konkurrenz. So sagt etwa FDP-Stadtratskandidat Michael Baumer: «Auch ein Stadtratskandidat darf selbst entscheiden, wohin er fliegt. Wir leben hier in einem freien Land.»

«Das ist meine Privatsache»

Das findet auch Markus Hungerbühler selbst: «Reisen ist mein Hobby, das ich aus meiner eigenen Tasche finanziere.» Dies sei seine Privatsache und kein Widerspruch zu seinen Stadtrats-Absichten. Zudem gebe es auch Politiker aus dem linken Lager, die viel fliegen würden: «Nur erhebe ich im Gegensatz zu anderen Leuten nicht den moralischen Zeigefinger.»

In nächster Zeit habe er sowieso etwas weniger Zeit zum Reisen, was nicht nur am Wahlkampf liegt. Denn Hungerbühler zieht mit seinem Partner ein Kind auf, das von einer Leihmutter in den USA ausgetragen wurde. Letzteres sorgte Mitte Juli landesweit für Schlagzeilen, weil seine Partei die in der Schweiz verbotene Leihmutterschaft generell ablehnt.

 

Quelle: 20min.ch